Funktion und Verwendung

Mit Jobprioritäten lässt sich die Ausführungsreihenfolge von gleichzeitig zur Ausführung anstehender Jobs definieren. Je höher die vergebene Priorität ist, desto früher wird der Job ausgeführt. Hiermit lassen sich sowohl funktionale als auch logische Abhängigkeiten sicherstellen. Im Gegensatz zu einer Steuerung mittels mehrerer Jobschritte lässt sich hier die Ausführungsreihenfolge global generalisieren und damit eine bessere Übersichtlichkeit der Jobs für verschiedene Aufgaben erreichen.

Standardmäßig vergebene Prioritäten

Standardmäßig unterscheiden sich die Prioritäten der aktiven Jobs (jeglicher Art) von denen der passiven Jobs. Die Jobs der Betriebssysteminstallation stellen eine Ausnahme dar (s. u.). Unabhängig vom Typ des Jobs erhalten diese die Priorität 900, damit sie auch bei einer automatischen Zuweisung immer zuerst ausgeführt werden.

Folgende Prioritäten sind festgelegt:

  • aktive Jobs jeglicher Art: 500

  • passive Jobs: 400

  • Sonderfall Betriebssysteminstallation: 900

Unerwartetes Verhalten durch Blockaden aufgrund der Jobpriorität

Durch eine Erhöhung der Jobpriorität über das Level aktiver Jobs hinaus kann es zu Blockaden der weiteren Jobausführung auf einem Endgerät kommen. Dies passiert dann, wenn die im weitesten Sinn benötigten Voraussetzungen für einen Start des hochpriorisierten Jobs nicht gegeben sind (s. Hinweis oben). In der Folge werden alle Jobs mit geringerer Priorität nicht gestartet.

Neben den in den Jobeigenschaften eingestellten Voraussetzungen zählen hierzu auch die auslösenden Aktionen passiver Jobs sowie Jobs, die beim Herunterfahren gestartet werden. Auch Jobs, die in Intervallen ausgeführt werden, blockieren bei zu hoch eingestellter Priorität das Management des Endgeräts bis zum Erreichen des nächsten Intervalls. Selbiges gilt für eingestellte Gültigkeitszeiträume.

Mögliche Ursachen einer Blockade der Jobausführung auf einem Endpoint bei erhöhter Priorität:

  • nicht erfüllte Jobvoraussetzungen oder nicht auslösende Aktionen bei passiven Jobs

  • nicht auflösbare Abhängigkeiten bei der Verteilung/Deinstallation von Applikationen

  • Jobs, die beim Herunterfahren gestartet werden

  • Jobs, die in Intervallen ausgeführt werden

  • Job nicht im eingestellten Gültigkeitszeitraum

  • Jobs mit dem Jobschritt der Installation von Applikationen im PXE-Modus

Nutzen dieses Verhaltens: Dieses Verhalten kann natürlich auch genutzt werden, um beispielsweise zur Fehlerbehebung ein Endgerät im aktuellen Zustand baramundi-seitig einzufrieren, sodass keine weiteren Jobs den Status des Gerätes mehr verändern können. Auf diese Weise lässt sich dann zum Beispiel eine Datensicherung eines Laufwerks beim Herunterfahren starten, ohne dass im Intervall laufende Jobs den Zustand des Endgeräts noch verändern.

Wichtig: Für ein reibungsloses Management der Umgebung ist unabdingbar, dass die Prioritätenvergabe einem klaren, dokumentierten Konzept unterliegt, in dem auch nötige Abweichungen festgehalten werden.

Spalte «Priorität» im bMC:Bei Nutzung der Prioritäten kann es sinnvoll sein, die Priorität der Jobs im Management Center in der Listenansicht einzublenden. Sollten Probleme mit der Jobausführung auf einem Endgerät auftreten, raten wir zunächst zum Überprüfen der vergebenen Prioritäten. Gerade bei Jobs mit eingestelltem Intervall sollten Sie auf eine Erhöhung der Priorität im besten Fall verzichten.

Nutzung im Zusammenhang mit einer automatischen Jobzuweisung

Bei der automatischen Zuweisung von Jobs lassen sich Prioritäten nutzen, um mit bereits vorhandenen Jobs eine logische und funktional sinnvolle Reihenfolge sicherzustellen.

So kann beispielsweise mit niedriger priorisierten Jobs für Updates, sowohl im Bereich Managed Software als auch bei Microsoft Updates, sichergestellt werden, dass ein Endgerät final sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht wird, ohne dass installierte Programme zum Beispiel durch ältere Komponenten Sicherheitslücken generieren. Natürlich muss auch hier garantiert sein, dass ein Update einer entsprechenden Komponente die Funktionalität der Software nicht beeinträchtigt. Eine Entscheidung für oder gegen den Einsatz eines in diesem Fall nicht mehr funktionsfähigen Produktes muss unabhängig von der hier beschriebenen Funktionalität der baramundi Management Suite getroffen werden.

Des Weiteren ist zu beachten, dass Jobs mit einer niedrigeren Priorität in einer standardmäßigen Zuweisung auch erst nach anderen Jobs ausgeführt werden. Dies ist bei Jobs im Bereich des Updates von Endgeräten zumeist sinnvoll.

Prioritäten im Bereich sicherheitsrelevanter Updates von Endgeräten

Im Bereich sicherheitsrelevanter Aktualisierungen von Endgeräten außerhalb von im Intervall ausgeführten Update-Jobs ist eine niedrigere Priorisierung dahingehend sinnvoll, dass garantiert wird, dass ein Endgerät nach allen in diesem Moment zur Ausführung anstehenden Jobs sicherheitstechnisch auf dem aktuellsten Stand ist.

Bei außerplanmäßigen Jobs zur Behebung kritischer Sicherheitsrisiken können zusätzlich Jobs mit erhöhter Priorität erstellt werden, um eine schnellstmögliche Ausführung zu garantieren. Diese sollten für eine eindeutige Identifizierung mit einem entsprechenden Zusatz im Jobnamen versehen werden.

Jobs mit Inventarisierungen

Jobs, die Inventarisierungen von sich regelmäßig verändernden Daten machen (wie beispielsweise Softwareinventarisierungen oder Patch-Scans), generieren Informationen in der Management Suite, die möglichst aktuell sein sollten. Hier ist eine niedrigere Priorisierung hilfreich, um den Informationsgehalt der Daten aktuell zu halten.

Wiederum kann es hier sinnvoll sein, Jobs mit unterschiedlichen Prioritäten für den Einsatz in unterschiedlichen Situationen zu erstellen.